Frankfurt unter Grund
Ich öffne die Augen. An mir vorbei zieht ein schwarzweißer Fries. Es lässt sich nur schwer erkennen, was diese Farbflächen darstellen sollen. Stilisierte Gläser vielleicht? Die Bahn wird langsamer bis sie stoppt. Die Türen öffnen sich. Plötzlich wird mir klar, dass ich den „Einzug in Jerusalem“ verpasst habe.
Ich hetze zur Tür und lasse mich gerade noch rechtzeitig vor dem automatischen Türschließen von der U-Bahn ausspucken.
Jetzt stehe ich am „Parlamentsplatz“, einer Station der U7, und ärgere mich darüber, meine Ausstiegsstation verpasst zu haben.
Normalerweise werde ich jeden Morgen von prozessionierenden Eseln in Empfang genommen, einem Maultier-Treck entlang der Wände der U-Bahn-Station „Habsburgerallee“. Ich habe sie tatsächlich verpasst, meine morgendlichen Esel mit der ungewöhnlichen Last. Oft stehe ich verwundert vor ihnen und versuche zu verstehen, warum diese Esel nun gerade Panzer, Flaschen, Kreditkarten, Spritzen, Waschmaschinen und sonstige unübliche Eselslast transportieren. „Einzug in Jerusalem“ – so der Titel des Wandbildes. (weiterlesen)


